Archiv des Autors: aaknienburg

Aufruf zur Demo in Hannover 11.03.2012

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Es geht los! Hannover wartet am 11. März auf Euch.
…aber auch auf viele andere, die davon noch nichts wissen 😦

Daher:

Das aktuelle Plakat für die Mobilisierung zur Demo am 11. März könnt Ihr
hier als PDF herunterladen:

A6 Format:

http://grohnde.files.wordpress.com/2012/02/2012-03-11_demo-plakat-hannover.pdf

A3 Format:

http://grohnde.files.wordpress.com/2012/02/2012-03-11_demo-plakat-hannover_a3.pdf

Plakate und Flyer könnt Ihr natürlich auch bestellen
Plakat A 3 – Format | Flyer A 6 – Format

Bürgerinitiative Umweltschutz e.V. (BIU)
Stephanusstr. 25, 30449 Hannover
Tel. 0511/443303

info@biu-hannover.de

Die Internetseite für Hannover und gegen das AKW Grohnde:
www.Grohnde-Abschalten.de

Für die bundesweiten Demos gibt es die Internetseite:
www.fukushima-2012.de

Sprecht möglichst viele Menschen auf den 11. März an.
Macht unsere Demo in Hannover bekannt.
Erzählt aber auch von den weltweiten Demos und den anderen Standorten in Deutschland.

Es wäre SUPER, wenn Ihr nach der Demo auch nach Braunschweig fahren könnt.
Dort gibt es eine Lichterkette als Menschenkette zwischen den Atomstandorten rund um die ASSE…

 —-

Denkt daran! Unsere Arbeit kostet Geld. Bitte spendet auf das Konto der Bürgerinitiative Umweltschutz e.V.:

  Empfänger: BIU e.V.   Konto: 310099305   BLZ: 25010030
Verwendungszweck:       AKW Grohnde       Name+Adresse

 Die Spende ist steuerlich abzugsfähig.

 

Rückblick Mahnwache 11.02.2012 in Nienburg

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„5 vor 12“ Mahnwache gegen Atomenergie in Nienburg

Nienburg. Mit einer Mahnwache am selbsternannten Fukushima-Platz und anschließendem Spaziergang sind ca. 50 Atomkraftgegnerinnen und Atomkraftgegner am letzten Samstag dem Aufruf des Anti-Atom-Kreis Nienburg gefolgt, um der seit elf Monaten andauernde Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima zu erinnern und gleichzeitig gegen den Weiterbetrieb von neun Atomkraftwerken in Deutschland zu demonstrieren.

„Wir haben diesen Termin gewählt, weil die japanische Anti-Atom-Bewegung für diesen 11. Februar eine Großdemonstration in Tokio und weitere Proteste an AKW-Standorten plant“, erklärte Uwe Schmädeke vom Anti-Atom-Kreis Nienburg. „Ganz bewusst finden diese Proteste in Japan nicht am 11. März, sondern einen Monat früher statt, denn im März wird dort die Trauer um die Opfer des Tsunami im Mittelpunkt stehen und nicht die Atompolitik.“

Die Mahnwache sollte die Verbundenheit mit den Protesten in Japan zeigen und gleichzeitig die hiesige Bevölkerung daran erinnern, dass auch in Deutschland noch neun gefährliche Atomkraftwerke in Betrieb sind – die meisten davon noch für zehn Jahre. „Jeden Tag kann auch in einem deutschen AKW der Super-GAU eintreten“, so Schmädeke weiter. „Amerikanische Wissenschaftler hatten für Fukushima eine Evakuierung im Umkreis von 80 km vorgeschlagen. Legt man diesen Radius um das AKW Grohnde, wären 5,2 Mio. Menschen, auch Nienburger und Stolzenauer betroffen. Es ist 5 vor 12! Fukushima heißt: Grohnde abschalten!“

Wolfgang Kopf, seit über 20 Jahren in der Tschernobyl-Bewegung aktiv, berichtete anschließend von dem Unglück in Tschernobyl vor fast 26 Jahren und den Folgen, die Japan noch bevor stehen. „Nach Hiroshima, Nagasaki, nach Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima gilt, wenn die Menschheit überleben will, eine dreifache Lehre: neben der Solidarität mit den Opfern und den Einsatz regenerativer Energien muss die Ächtung aller Atomwaffen und Atomkraftwerke treten!“ mahnte Kopf und lud zum gemeinsamen Spaziergang durch die Innenstadt bis zur Madonna von Tschernobyl ein. Hier fand Frank-Peter Schultz, Pastor der Kreuzkirchengemeinde, mit seinem Beitrag über die Erinnerung der überlebenden Opfer und den abschließenden Worten „Lasst uns offen und bewusst mit der Vergangenheit auseinandersetzen und die Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft ziehen!“ ein passendes Ende für die Mahnwache.

In bundesweit über 150 Orten gab es ähnliche Aktionen unter dem Motto „Fukushima ist überall – AKWs jetzt abschalten“.  Hiermit will die Anti-Atom-Bewegung auch auf die nächsten großen Demonstrationen hinweisen: Umweltverbände und örtliche Bürgerinitiativen rufen dazu auf, am Sonntag, den 11. März an sechs Atom-Standorten bundesweit auf die Straße zu gehen: an den Atomkraftwerken in Brokdorf, Gundremmingen und Neckarwestheim, der Urananreicherungsanlage Gronau, in Hannover und mit einer 77 Kilometer langen Lichterkette von Braunschweig über das marode Atommüll-Lager Asse bis zum Schacht Konrad in Salzgitter.

Frank-Peter Schultz zur Mahnwache am 11.02.2012

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Hier an der schwarzen Madonna lade ich Sie zum Mitgefühl heute ein. Für die vielen Einzelschicksale unter dem unbeschreiblichen Grauen der Reaktorenunfälle Fukuschimas. Wir erinnern uns an das Geschehen vor einem Jahr.

Aber wie steht es um die Erinnerung der überlebenden Opfer? Ich kann nur eine Annäherung versuchen. Mit dem, was wir kennen.

Wir wissen, dass Erinnern für den einzelnen Menschen eine besondere Qualität hat, es liegt auf der Hand. Schon das Kleinkind lernen wir, sich an bestimmte Personen, Vorgänge und Räumlichkeiten zu erinnern.

Nur im Vertrauten fühlen wir uns wohl, in fremder Umgebung und mit fremden Menschen wird unsicher und bekommen Angst.

Erinnerung an Personen, Situationen, Erfahrungen und an kognitive Inhalte bestimmen unser gesamtes  Leben lang.

Die Gedächtnisforschung hat die Bedeutung der Erinnerung für das Menschsein unter anderem auf die Formel gebracht: „Wir sind Erinnerung“.

Für uns alle gilt: Erinnerung ist ein wesentlicher Teil unserer Identität. Wir sind die, die wir sind, weil wir uns an unsere Kindheit, an Jugenderfahrungen, an biographische Begegnungen in ganz bestimmter Weise erinnern. Identität formt sich aus unserer Lebensgeschichte, also den Geschichten unseres Lebens, die wir erinnern, während wir andere verdrängen oder vergessen.

Selbst wenn Menschen ähnliche Kindheits oder Jugenderlebnisse erinnern, immer werden sie in bestimmter Weise wahrgenommen, gefiltert und somit ‘tendenziell’ wiedergegeben. Identität bildet sich aus Lebenserfahrung. Und hier gibt es zu den noch lebenden Opfern in Fukushima einen massiven Unterschied in der  Intensität der Erfahrung.

Fallen bei uns einige Erlebnisse aus unserer Biographie unter den Tisch, werden verdrängt – bewusst oder unbewusst. Wie dann bei den Leuten von Fukushima? Oft sind es unangenehme bis hin zu traumatischen Situationen.

Oder Situationen, die nicht so recht in unser Selbstkonzept passen und die wir deshalb lieber ausklammern, verfälscht weitererzählen, verdrängen, vergessen. Diese Form der Erinnerungsverweigerung ist durchaus menschlich, kann aber auch gefährliche Folgen für das Individuum haben: Unverarbeitetes macht krank, Verdrängtes kommt in bestimmten Momenten wieder ans Tageslicht und kann Schaden anrichten – für den Einzelnen und für seine Beziehungen. In Anbetracht der Wucht des Grauens macht das was mit dem Gedächtnis?

 

Nun sich mal im konkreten historischen Leidenssituationen zuzuwenden stellt sich die Gottesfrage selbst. Gott selbst steht zur Debatte, nicht in seiner Existenz, sondern in dem Bild, das wir uns von ihm machen.

An dem konkreten Gesicht der Opfer, der geschundenen Männer in den Kraftwerk, Frauen und Kinder, die weg müssen, halten nicht stand. Auch hier gilt: Die konkrete Erinnerung schmerzt, irritiert die Selbstgewissheit, verunsichert ein fertiges System an Glaubenssätzen und lässt Theologie eher als fragmentarische Suche nach Gottes Wirklichkeit in einer „Landschaft aus Schreien“ zurück. Der schleichende Tod in Nahrung, Böden und bis ins Kochenmark. Ist dieses doch eine Offenbarung des menschlischen Wahns alles ist machbar, gottgleich und das noch mit einer Technik, die keine Fehler erlaubt. Doch gerade darin kann sie die Erinnerung ihre Kraft und Demut beweisen.

—       Erinnerung in erster Linie das Gedächtnis der Opfer

—       der Geschichte die von Gott niemals vergessen werden wird

Lasst uns offen und bewusst mit der Vergangenheit auseinandersetzen und die Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft ziehen!

„Tschernobyl heute“ von Wolfgang Kopf zur Mahnwache 11.02.2012

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Mein erster Impuls ist ein Dank an Sie und Euch in dieser Runde. Seit dem Supergau von Fukushima im März 2011 habt Ihr Woche für Woche den Protest gegen den Wahnsinn der Atomenergie hier in der Stadt Nienburg und in Stolzenau hochgehalten. In der letzten Woche wurde der Protest durch das Anti-Atom-Bündnis verstetigt. Ich rufe Euch zu: bitte, macht weiter so – engagiert, fachkundig, unbeirrbar.

Ich sage dieses Dankeschön als einer, der seit 20 Jahren in der Tschernobyl-Bewegung aktiv ist. Hier in Stadt und Landkreis gab und gibt es Gasteltern-Initiativen für Tschernobyl-Kinder, das jährliche Gedenken an der vom Witebsker Künstler Iwan Kasak gestalteten,

im Westen einzigartigen Madonna von Tschernobyl und am Apfelbaum am Meerbach, ferner die Tschernobyl-Initiative für Strahlenschutz im Dorf Djatlawitsch in Belarus, für die ich zusammen mit der Grundschule Schünebusch Estorf seit 1998 tätig bin. Am 15.März werden wir wie alljährlich wieder öffentlich über die Verstrahlungssituation dort berichten.

Ich habe meinen Dank auch deswegen gesagt, weil wir in der Tschernobyl-Bewegung im Frühjahr 2011 bei den Vorbereitungen zum 25.Jahrestag von Tschernobyl feststellen mußten, dass wir müde geworden waren. Trotz der Ablehnung der AKW durch 65% der Bevölkerung kündigte die CDU/FDP-Regierung den Ausstiegskonsens auf, gab es weltweit eine Rückkehr zur Atomkraft, baut ein  Lukaschenko im verstrahlten Belarus ein AKW. Die Botschaft der Kinder von Tschernobyl schien kein Gehör mehr zu finden. Hiroshima und Nagasaki 1945 – Harrisburg 1979 – Tschernobyl 1986 – alles Schnee von gestern?

 

Was ist nun heute, fast 26 Jahre danach, zu Tschernobyl zu sagen?

Da ist am 26.April 1986 von der Explosion des Blocks 4  der brüchige Sarkophag geblieben – eine tickende Zeitbombe.  Gemäß dem im April 2011 von einer internationalen Geberkonferenz teilfinanzierten „Shelter-Plan“ soll bis 2015 ein neuer, 100 Jahre haltbarer Sarkophag 200 m vom Reaktor aufgebaut und dann auf Schienen über den alten Sarkophag geschoben werden: 257 m lang, 150m breit, 108 m hoch.

Dann ist da die erschreckende Opferbilanz. Nach Schätzungen der Liga für Tschernobyl-Opfer starben bis zum Jahr 1996 etwa 15.000 Menschen an den Folgen des Supergaus. Von den etwa 1 Million „Liquidatoren“ und den etwa 3,5 Millionen Menschen in den am stärksten verseuchten Regionen der Ukraine, Weißrußlands und Rußlands sind hunderttausende erkrankt, insbesondere Kinder. Die „Strahlenkrankheit“ beginnt mit Übelkeit, Kopfschmerzen, Nasenbluten. Sie kann nach und nach alle inneren Organe mit Krebs überziehen und zu schweren Mißbildungen bei der Geburt führen. Die das Immunsystem angreifenden und nach und nach zerstörenden Radionukleide, insbesondere Caesium 137 und Strontium 90, werden vom Boden aus noch Jahrzehnte lang die Nahrungskette planzlicher und tierischer Prudukte vergiften.  Darunter leidet die 10-Millionen Einwohner zählende Republik Belarus besonders  – über ihr gingen 70% des Tschernobyl-Giftes zu Boden. Rund ¼ des Territoriums ist verseucht, etwa 3500 Ortschaften mit rund 2 Millionen Menschen – darunter 500.000 Kinder- sind betroffen. Auch in relativ unbelasteten Belarus-Regionen -wie in Nienburgs Partnerstadt Witebsk- ist über die Nahrungskette bei 20% der Kinder die Krankheitsschwelle von 20 Bc/kg bereits erreicht. Tschernobyl bedroht das Überleben eines ganzen Volkes!

 Was ist zu tun? Nach Hiroshima, Nagasaki, nach Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima gilt, wenn die Menschheit überleben will, eine dreifache Lehre: neben die Solidarität mit den Opfern und den Einsatz regenerativer Energien muß die Ächtung aller Atomwaffen und Atomkraftwerke treten! Eine Technik, die durch technisches oder menschliches Versagen unzählige Menschen in Tod, Krankheit und Verzeiflung treibt, ist ein Irrweg – zynisch und durch nichts zu verantworten.

Bitte engagiert Euch unbeirrt weiter im Anti-Atom-Bündnis- wenn nötig noch einmal 20 Jahre – bis die Menschheit ohne atomaren Alptraum leben kann.

Beitrag Uwe Schmädeke, Mahnwache 11.02.2012

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Warum stehen wir heute hier?  Und nicht am 11. März, am Jahrestag des Unglücks?

Ganz bewusst finden die Proteste nicht am 11. März statt, sondern einen Monat früher, denn im März wird die Trauer um die Opfer des Tsunamis im Mittelpunkt stehen. Als Zeichen der Verbundenheit wird weltweit zu Mahnwachen aufgerufen. Unter dem Motto „5 vor 12, Fukushima heißt: Grohnde abschalten!“ ruft auch der Anti-Atom Kreis Nienburg heute zu dieser Mahnwache auf. Der Anti-Atom Kreis Nienburg ist ein Zusammenschluss aus dem „Runden Tisch Energiewende Stolzenau“ und der „Mahnwache Nienburg“, die überhingst jeden Montag hier in Nienburg um 18:00 Uhr statt findet. Dazu möchte ich Sie schon jetzt herzlich einladen.

 

Zum Gedenken an die vielen Opfer in Fukushima und Tschernobyl wollen wir, wie es bislang auch üblich war, eine Minute schweigen.                   Ich danke euch.

Fukushima – Wie lebt die Bevölkerung dort nach der Katastrophe“ – Eine Bestandsaufnahme 

Der Super-GAU im japanischen Fukushima ist aus den Schlagzeilen verschwunden. Vorbei ist die Katastrophe deswegen noch lange nicht. Im Gegenteil: Das Ende ist nicht absehbar. Der Super-GAU wird die Region noch Jahrzehnte belasten.

 

Wir erinnern uns: Vor fast einem Jahr erschütterte ein starkes Erdbeben die Ostküste Japans. Im AKW Fukushima geraten 3 der 6 Reaktoren außer Kontrolle. Kühlsysteme und Stromversorgung fallen aus, die Brennstäbe im Kern der Reaktoren beginnen zu schmelzen. Mehrere Explosionen zerfetzen die Reaktorgebäude. Das Containment, also die Betonumhüllung des Reaktorkerns, bekommt Risse. Mit Feuerwehrschläuchen und Pumpen versuchen Rettungsmannschaften unter Inkaufnahme hoher Strahlendosen, Brennelemente und das Innere der Reaktoren zu kühlen.

Im Verlauf der Katastrophe und der Rettungsarbeiten fließen Tausende Tonnen zum Teil hochradioaktives Wasser in den Pazifik. Mehrfach lässt AKW-Betreiber TEPCO zudem radioaktiven Dampf aus den Rektoren ab, um deren Bersten zu verhindern. Einen Teil der radioaktiven Wolke bläst der Wind aufs Meer, der Rest zieht in einem Bogen über Japan hinweg. Selbst im 240 km entfernten Tokio findet sich radioaktives Jod im Trinkwasser. Bis heute sind noch immer Nahrungsmittel kontaminiert, Kontrollen finden nur stichprobenweise statt.

Wissenschaftler warnen, dass gerade die Aufnahme radioaktiver Stoffe in den Körper eine große Gesundheitsgefahr darstellt.

Am Morgen des 12. März ruft die Regierung die Bewohner im 20-km-Umkreis um das AKW auf, zu fliehen. Viele fahren genau dorthin, wohin die radioaktive Wolke weht. In Flüchtlingslagern spielen Kinder im radioaktiven Fallout. Wochen später legt die Regierung auch den Menschen im 20–30-km-Gürtel um das AKW eine Flucht nahe. Die 20-km-Zone bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt. Von 100.000 wegen des Atomunfalls Evakuierten spricht die FAZ.

Messungen zeigen, dass die tatsächlich kontaminierte Zone weit größer ist als der 30-km-Ring um das AKW. Zigtausende haben, um Gesundheitsschäden zu entgehen, auf eigenen Entschluss und ohne Aussicht auf Entschädigung Haus und Heimat verlassen. Die Zahl der Strahlenflüchtlinge dürfte also weit höher liegen als amtlich angegeben.

 

Theoretisch haftet auch in Japan der Betreiber eines AKW für alle Schäden. Praktisch steht selbst ein Riesenkonzern wie TEPCO nach dem Super-GAU vor der Pleite. Die Folge: Die Milliarden-Kosten für die Sicherung der Katastrophenmeiler, die Dekontamination der verseuchten Gebiete, die Entschädigung für Zwangsumzüge, für Verlust von Haus, Betrieb, Arbeitsstelle und vielem mehr bleiben ebenso wie die Gesundheitskosten an der Allgemeinheit hängen.

Einiges haben wir nun schon gehört, wir erinnern uns sicherlich auch an die Bilder der Menschen in den Turnhallen mit Papptrennungen. Wie sieht das Leben nun aktuell nach der Katastrophe aus? Sicher, es wurden mittlerweile Notunterkünfte und Containerdörfer gebaut, in denen ein Teil der Menschen leben. Einige sind bei Verwandten und Freunden untergekommen. Reicht das aber aus? Faxt ist, die viel versprochenen Zahlungen, die Entschädigungen, gab es bislang nicht. Bislang wurde weder von Tepco, noch von der Regierung 1 Jen an die Strahlenflüchtlinge gezahlt.

Die Menschen vor Ort werden von einer großen inneren Unruhe gequält. Ihre größte Sorge ist: Wann werden wir wieder nach Hause können? Wird das je möglich sein?“

Ihre Heimat ist zu Geisterstädten geworden, es sind immer noch Sperrzonen.

 

Die Zukunft vor Ort ist also sehr ungewiss, das Leben der Strahlenflüchtlinge läuft alles andere als in geordneten Bahnen. Der tatsächliche Zustand der Reaktoren ist ebenfalls ungewiss. Umso wichtiger also, auch international Solidarität und Unterstützung mit denjenigen auszudrücken, die in Japan dafür streiten, aus der Atomkraft auszusteigen.

Und nicht zu vergessen, dass auch in Deutschland mehr als die Hälfte der ursprünglichen Atomkraftwerke noch in Betrieb ist. Es kann auch hier jederzeit zu einem Super Gau kommen, mit ähnlichen Folgen, wie in Japan, wie in Fukushima!

Das nächste AKW in unsrem näheren Umkreis ist in Grohnde. (60/70 km)

Amerikanische Wissenschaftler hatten für Fukushima eine Evakuierung im Umkreis von 80 km vorgeschlagen. Legt man diesen Radius beim AKW Grohnde zugrunde, wären 5,2 Mio. Menschen betroffen, auch wir in Nienburg und Stolzenau wären dann davon betroffen. Es ist 5 vor 12! Fukushima heißt: Grohnde abschalten!    Danke!

Uwe Schmädeke

Fragenkatalog zur Landessammelstelle Leese

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Fragenkatalog Landessammelstelle Leese

Allgemeine Fragen:

Frage 1
Die Sammlung der radioaktiven Abfälle ist Ländersache. Gibt es in Niedersachsen eine Landessammelstelle für radioaktive Abfälle? Wieso wird Jülich in NRW auf der Homepage der LSST Niedersachsen angegeben?

Frage 2
Auf der Hompage des niedersächischen Ministerium für Umwelt heißt es: betriebliches Lager EZAG, Zwischenlager, Landessammelstelle, Lager der Firma QSA.
Wie ist die korrekte Bezeichnung tatsächlich, wie ist der rechtliche Status, wer ist zuständig?
Gibt es mehrere Lager/ mehrere Betreiber für radioaktives Material in Leese?

Frage 3
Welche Eigentümer/Betreiber besaßen/betreibt das Lager von wann bis wann, wann wurde es eingerichtet? Wie ist es baulich gewachsen?

Frage 4                 Wie groß ist derzeit der Bestand in Leese, in Bequerel?

Frage 5                 Wie hoch waren die Bestände in jedem der vergangenen 10 Jahre?

Frage 6                 Wie hoch ist die Aktivität am Zaun des Lagers?

Frage 7
Wie viel Aktivität wird in die Atmosphäre abgegeben? Wo wird gemessen, wie oft wird gemessen, von wem wird gemessen, wer wertet aus, gibt es die Möglichkeit die Ergebnisse einzusehen?

Frage 8
Wie viele Mitarbeiter arbeiten in der Landessammelstelle? Wie hoch war die Strahlenbelastung in jedem der vergangenen 10 Jahre für Mitarbeiter?

Frage 9
Welche Art von radioaktiven Stoffen ist eingelagert und in welchen Mengen, getrennt nach fest/flüssig/gasförmig/Gemisch, schwach/mittel/hoch radioaktiv, Alpha/Beta/Gamma-Strahler, welche Hauptisotope, welche besonders gefährlichen Isotope, wie hoch ist die Halbwertszeit dieser Isotope, wo stammen die einzelnen Anlieferungen her, welche Container und welche anderen Gebinde/Einzelstücke/Schrottteile?

Frage 10
Ist geplant, die Abfälle abzutransportieren, wenn ja, wann, auf welchem Wege und wohin und warum? Ist geplant, die Abfälle umzufüllen, umzuarbeiten, aufzukonzentrieren, und wenn ja wo und warum? Wie wird die Sicherheit der Transporte gewährleistet?

Frage 11
Wie sieht die Perspektive dieser Abfälle von Leese aus?

Frage 12
Wann wird das Lager geschlossen?

Frage 13
Wann gibt es ein staatlich betriebenes Atomares Zwischenlager in Niedersachsen?

Frage 14
Was passierte, bzw. passiert mit den Wiederaufarbeitungsabfällen von Brennelementen deutscher Forschungsreaktoren aus der Wiederaufbereitungsanlage in Dounreay, Schottland? Siehe Hintergrund

Frage 15
Lässt sich hochradioaktiver Müll durch Konditionieren (z.B.  umhüllen mit Beton) als Mittelradioaktiv um deklarieren?

Frage 16
Das Zwischenlager befindet sich im Bereich eines Gewerbepark, am Eingang wird auf alle Betriebe hingewiesen, nicht auf das Zwischenlager, warum nicht?

Frage 17
Wie viele Transporte mit radioaktivem Material werden derzeit von und zur Firma Eckert & Ziegler Nuclitec oder anderen Firmen nach und von Leese durchgeführt?

Frage 18
Wie hat sich das Transportaufkommen in den letzten 10 Jahren entwickelt?

Frage 19
Wie ist das rechtliche Verhältnis zwischen dem Land Niedersachsen und GNS, Land Niedersachsen und Eckert und Ziegler Nuclitek, GNS und Eckert und Ziegler Nuclitek.

Frage 20
2007 wurden in einer Änderungsgenehmigung höhere Werte für C 14 und Rn 222 festgelegt, dieses geschah als die in § 47 der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) Anlage VII Teil D festgelegten Grenzwerte geschriebene Werte überschritten wurden. Auf welcher Grundlage wird eine solche Änderungsgenehmigung erteilt und von wem? Welche in Leese lagernden Stoffe rufen diese erhöhten Strahlungen von Radon 222 und Kohlenstoff 14 hervor?

Frage 21
Gab es in den letzten 10 Jahren Grenzwertüberschreitungen in Leese? Wenn ja, welcher Stoffe und wie wurde darauf reagiert?

Frage 22
Eckert und Ziegler hat eine Genehmigung 1.000 t leicht- und mittelradioaktiven Müll nach Amerika zur Verbrennung zu transportieren. Woher kommt das Material? Wenn aus Leese, wie viel voraussichtlich? Wann, wo und wie verlaufen die Transporte? Wie wird die Sicherheit der Transporte gewährleistet, wer kommt für die Kosten auf? Was passiert mit der Asche?

Frage 23
Wenn Material aus Landessammelstellen nach Amerika zur Verbrennung transportiert wird, wer kommt für die Kosten auf? Gibt es eine Ausschreibung für diese Leistung, werden weitere Anbieter berücksichtigt, wer kontrolliert das? Warum wird im Ausland verbrannt? Was und wie viel kommt zurück, wohin und auf wessen Kosten?

Frage 24
Laut Presseberichten sollen im Frühjahr 2010 auf einem Versuchsgelände in Landesbergen bei Nienburg Probebohrungen für die behälterlose Einlagerung von Atommüll durchgeführt worden sein. Wo ist dieses Versuchsgelände? Wer hat die Probebohrungen auf wessen Veranlassung durchgeführt? Wurden radioaktive Stoffe eingelagert? Wenn ja welche und wie viel?