Rückblick Mahnwache 11.02.2012 in Nienburg

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„5 vor 12“ Mahnwache gegen Atomenergie in Nienburg

Nienburg. Mit einer Mahnwache am selbsternannten Fukushima-Platz und anschließendem Spaziergang sind ca. 50 Atomkraftgegnerinnen und Atomkraftgegner am letzten Samstag dem Aufruf des Anti-Atom-Kreis Nienburg gefolgt, um der seit elf Monaten andauernde Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima zu erinnern und gleichzeitig gegen den Weiterbetrieb von neun Atomkraftwerken in Deutschland zu demonstrieren.

„Wir haben diesen Termin gewählt, weil die japanische Anti-Atom-Bewegung für diesen 11. Februar eine Großdemonstration in Tokio und weitere Proteste an AKW-Standorten plant“, erklärte Uwe Schmädeke vom Anti-Atom-Kreis Nienburg. „Ganz bewusst finden diese Proteste in Japan nicht am 11. März, sondern einen Monat früher statt, denn im März wird dort die Trauer um die Opfer des Tsunami im Mittelpunkt stehen und nicht die Atompolitik.“

Die Mahnwache sollte die Verbundenheit mit den Protesten in Japan zeigen und gleichzeitig die hiesige Bevölkerung daran erinnern, dass auch in Deutschland noch neun gefährliche Atomkraftwerke in Betrieb sind – die meisten davon noch für zehn Jahre. „Jeden Tag kann auch in einem deutschen AKW der Super-GAU eintreten“, so Schmädeke weiter. „Amerikanische Wissenschaftler hatten für Fukushima eine Evakuierung im Umkreis von 80 km vorgeschlagen. Legt man diesen Radius um das AKW Grohnde, wären 5,2 Mio. Menschen, auch Nienburger und Stolzenauer betroffen. Es ist 5 vor 12! Fukushima heißt: Grohnde abschalten!“

Wolfgang Kopf, seit über 20 Jahren in der Tschernobyl-Bewegung aktiv, berichtete anschließend von dem Unglück in Tschernobyl vor fast 26 Jahren und den Folgen, die Japan noch bevor stehen. „Nach Hiroshima, Nagasaki, nach Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima gilt, wenn die Menschheit überleben will, eine dreifache Lehre: neben der Solidarität mit den Opfern und den Einsatz regenerativer Energien muss die Ächtung aller Atomwaffen und Atomkraftwerke treten!“ mahnte Kopf und lud zum gemeinsamen Spaziergang durch die Innenstadt bis zur Madonna von Tschernobyl ein. Hier fand Frank-Peter Schultz, Pastor der Kreuzkirchengemeinde, mit seinem Beitrag über die Erinnerung der überlebenden Opfer und den abschließenden Worten „Lasst uns offen und bewusst mit der Vergangenheit auseinandersetzen und die Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft ziehen!“ ein passendes Ende für die Mahnwache.

In bundesweit über 150 Orten gab es ähnliche Aktionen unter dem Motto „Fukushima ist überall – AKWs jetzt abschalten“.  Hiermit will die Anti-Atom-Bewegung auch auf die nächsten großen Demonstrationen hinweisen: Umweltverbände und örtliche Bürgerinitiativen rufen dazu auf, am Sonntag, den 11. März an sechs Atom-Standorten bundesweit auf die Straße zu gehen: an den Atomkraftwerken in Brokdorf, Gundremmingen und Neckarwestheim, der Urananreicherungsanlage Gronau, in Hannover und mit einer 77 Kilometer langen Lichterkette von Braunschweig über das marode Atommüll-Lager Asse bis zum Schacht Konrad in Salzgitter.

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